Auf die Jahnelf wartet im letzten Auswärtsspiel der Saison eine denkbar knifflige Aufgabe: Es geht zum SV Waldhof Mannheim (09.05., 16.30 Uhr). Zwar durchleben die Gastgeber aktuell eine sportliche Durststrecke, doch für den SSV Jahn glich die Reise in die Kurpfalz in der Vergangenheit oft einem Albtraum. Alle wichtigen Fakten zum kommenden Gegner lest Ihr hier im Vorbericht. Auf Jahn TV seht Ihr die Pressekonferenz vor der Partie.
Auf der Suche nach dem guten Eindruck
Eigentlich spielte der SV Waldhof lange Zeit eine sehr ordentliche Saison und klopfte zwischenzeitlich sogar zart an der oberen Tabellenregion an. Doch auf den letzten Metern scheint den „Buwe“ mächtig die Puste auszugehen. Seit einem 2:1-Sieg gegen Aue Mitte März wartet das Team nun schon seit sechs Spielen auf einen Dreier. Nach einem völlig harmlosen Auftritt beim jüngsten Derby in Saarbrücken (nur ein einziger Schuss aufs Tor) stehen mittlerweile sogar mehr Niederlagen (15) als Siege (14) auf dem Konto, was den Waldhof auf den 12. Tabellenplatz abrutschen ließ. Die Motivation für das letzte Heimspiel der Saison dürfte dennoch hoch sein: Mit einem Sieg könnte Mannheim nicht nur den SSV Jahn in der Tabelle überholen, sondern auch noch auf einen einstelligen Tabellenplatz (aktuell nur einen Punkt entfernt) springen. Zudem gilt es, sich für das anstehende Landespokalfinale gegen den Lokalrivalen VfR Mannheim in Form zu bringen, wo das wichtige Ticket für den DFB-Pokal gebucht werden soll.
Offensiv-Power trifft auf Schießbude
Ein Blick auf die Torstatistik offenbart ein extremes Ungleichgewicht im Mannheimer Spiel. Vorne brandgefährlich, hinten offen: Mit 67 Gegentoren stellt der SVW eigentlich die klassische Bilanz eines heißen Abstiegskandidaten. In der Geschichte der 3. Liga schafften es zuvor erst zwei Mannschaften (der MSV Duisburg 21/22 und Viktoria Köln 19/20), mit derart vielen Gegentreffern nach 36 Spieltagen überhaupt die Klasse zu halten. Die Verantwortlichen haben das Problem erkannt und mit dem jungen Außenverteidiger Jid Okeke, der aus England kommt, bereits erste frische Abwehrkräfte für die Zukunft fixiert. Dass Mannheim dennoch nichts mit dem Abstieg zu tun hat, liegt an einer formidablen Offensive. Selbst der schmerzhafte Winter-Abgang von Kennedy Okpala in die 2. Bundesliga konnte problemlos kompensiert werden. Das Sturmduo aus Terrence Boyd (11 Treffer) und Felix Lohkemper, der mit 16 Toren sogar einen neuen Mannheimer Drittliga-Saisonrekord aufstellte, hält den SVW im sicheren Mittelfeld der Tabelle. Lohkemper wird aber am Samstag fehlen: Der SV Waldhof und der Stürmer haben sich nach Gesprächen in den vergangenen Tagen darauf verständigt, dass der Spieler bis zum Saisonende nicht mehr am Trainings- und Spielbetrieb der Profimannschaft teilnehmen wird. Lohkemper hatte den Verein darüber informiert, dass er im Sommer zum SV Sandhausen wechseln möchte. Vor diesem Hintergrund entschieden beide Seiten, für die verbleibenden Spiele der laufenden Saison getrennte Wege zu gehen.
Mannheim als historisches Auswärts-Trauma
Während sich die Jahnelf im Hinspiel noch souverän mit 3:0 durchsetzte, verheißt der Blick auf die historische Auswärtsbilanz in Mannheim wenig Gutes. Bei elf Gastspielen in der Kurpfalz kassierte der Jahn satte zehn Niederlagen und musste dabei 36 Gegentore schlucken. Der einzige Regensburger Auswärtssieg beim SV Waldhof ist eine echte Rarität und liegt bereits 56 Jahre zurück: Im März 1970 feierte der SSV in der damaligen Regionalliga Süd einen spektakulären 5:3-Erfolg. Seitdem hagelte es für den Jahn fünf Mannheimer Heimsiege in Serie, wenngleich sich beide Traditionsvereine zwischenzeitlich fast ein halbes Jahrhundert lang (zwischen der Zweitliga-Saison 1976/77 und der 3. Liga 2023/24) gar nicht in Pflichtspielen begegneten.



























































































































































































































