Der SSV Ulm gastiert in Regensburg. Ein Duell, das wir aus den letzten drei Jahren bestens kennen. Am Samstag (28.02., 14 Uhr) kommt es erneut zum Aufeinandertreffen beider Donaustädte. Aufgrund der Tabellenkonstellation ein zusätzlich brisantes, der SSV Ulm steht mit 23 Punkten auf Rang 18, der Jahn mit 31 Punkten auf Platz 15. Was die Ulmer “Spatzen” auszeichnet, lest Ihr hier im Gegnercheck.
Wenn der SSV Ulm 1846 Fussball im Jahnstadion Regensburg gastiert, geht es für die Donaustädter an der Grenze von Baden-Württemberg und Bayern um weit mehr als nur drei Punkte. Fünf Zähler trennen die Schwaben aktuell vom rettenden Ufer. Nachdem zwei Siege an den Spieltagen 21 und 22 kurzzeitig wie die ersehnte Wende wirkten, verpuffte dieses Momentum anschließend. Aus den vergangenen drei Partien holte das Team von Drittliga-Rekordtrainer Pavel Dotchev lediglich einen Punkt und fiel zurück. Die Ausgangslage vor dem direkten Duell ist brisant: Mit einem Heimsieg könnte die Jahnelf den Abstand auf elf Zähler ausbauen und den Konkurrenten weiter auf Distanz halten. Ein Ulmer Auswärtssieg hingegen würde den SSV Jahn wieder tief in den tabellarischen Strudel ziehen.
Die Last des Umbruchs
Beide Vereine teilen das Schicksal des Zweitliga-Abstiegs und die bittere Erkenntnis, wie unbarmherzig die 3. Liga für ambitionierte Traditionsclubs im Neuaufbau sein kann. Vom direkten Wiederaufstieg, der historisch ohnehin nur 23 Prozent der Absteiger (11 von 47) gelang, ist man in Ulm ebenso weit entfernt. Stattdessen droht akut das Szenario, als erst siebter Club der Ligahistorie direkt in die Regionalliga durchgereicht zu werden. Ein Hauptgrund für die sportliche Misere liegt auch in der defensiven Instabilität: Mit 51 Gegentoren haben die Ulmer bereits jetzt drei Treffer mehr kassiert als in der gesamten abgelaufenen Zweitliga-Saison 2024/25. Der radikale Neuaufbau der Kaderstruktur – 24 Neuzugänge standen 21 Abgängen gegenüber – ist bis heute spürbar. Auch der langfristige Ausfall von Kapitän und Identifikationsfigur Jo Reichert schmerzt weiterhin sehr. Mit den Neuzugängen Luca Bazzoli (zuvor Rot-Weiss Essen), der direkt neben Seegert in der Innenverteidigung gesetzt ist und mit dem Wunschspieler von Dotchev auf der zentralen Mittelfeldposition, Mirnes Pepic (zuvor Erzgebirge Aue), rüstete Ulm hier im Winter nach.
Individuelle Qualität als Trumpf
Trotz der strukturellen Anfälligkeiten blitzt in der Offensive immer wieder individuelle Klasse auf, die eine ständige Warnung für die Regensburger Hintermannschaft sein muss. Im jüngsten Kellerduell gegen den 1. FC Saarbrücken rettete ein Torwartpatzer zumindest einen Punkt, als Streli Mamba seinen Torriecher bewies. Der Weltenbummler, der nach Stationen in China, Kasachstan und der Türkei nun in Ulm anheuerte und einst für Paderborn in der Bundesliga traf, staubte zu seinem ersten Treffer für die Spatzen ab. Der auffälligste Akteur der vergangenen Wochen ist jedoch Leon Dajaku. Einst als Top-Talent gehandelt und 2019/20 mit den kleinen Bayern Drittliga-Meister, bringt er derzeit das nötige Tempo und die Tiefe in das Ulmer Umschaltspiel. Seine Vita, die auch zwei Bundesliga-Einsätze und den Junioren-Pokalsieg 2019 mit dem VfB Stuttgart (damals im Sturm-Duo mit Eric Hottmann) umfasst, zeugt von Qualitäten, die in engen Abstiegsduellen den Unterschied machen können. Mit Max Brandt, Dennis Chessa sowie Abu-Bekir El-Zein tummeln sich offensiv weitere Unterschiedsspieler im Ulmer Kader.
Historische Hypothek an der Donau
Das Hinspiel endete mit einem 2:1-Sieg für Ulm nach Rückstand – damals ein furioser Einstand für Interimstrainer Moritz Glasbrenner, der auf der Trainerbank wieder Geschichte ist. Die jüngere Historie dieses Duells spricht jedoch eine klare Sprache zugunsten der jeweiligen Heimmannschaft. Während auf Ulmer Seite vor allem der 5:1-Erfolg aus der Zweitliga-Saison im Januar 2025 (mit einem Viererpack von Semir Telalovic) herausragt, konnte auch die Jahnelf ihre Heimspiele zuletzt stets gewinnen (1:0, 2:0). Der letzte Auswärtserfolg der Spatzen in der Oberpfalz datiert aus dem Januar 1961 – ein 6:1-Sieg in der damaligen Oberliga Süd. Eine beeindruckende Serie von 65 Jahren, die der SSV Jahn am Wochenende zwingend ausbauen will.


















































































































































