So überschrieb der Jahn Archivar schon vor ziemlich genau 20 Jahren einen Vorbericht zum vorerst letzten Punktspiel-Heimderby gegen die SpVgg Weiden. Zwischenzeitlich ist viel passiert – nicht nur beim SSV Jahn, sondern auch bei den Nordoberpfälzern, die 2009-12 sogar ambitioniert in der Regionalliga spielten, um zwischenzeitlich eine Insolvenz mit folgender Fusion zur SpVgg SV Weiden durchzumachen, die nach Jahren in der Landesliga nun mit Jahns U23 immerhin wieder in der Bayernliga Nord antritt, dort wie im Vorjahr als Aufsteiger zwar einen Fehlstart hingelegt hat, wie die hervorragende Rückrunde 2025/26 beweist, aber keinesfalls zu unterschätzen ist.
Die gemeinsame Vergangenheit ist lang: bereits 1912, gerade hatten sich im Turnerbund Weiden erstmals die Fußball-Anhänger zu einer Abteilung zusammengeschlossen, trat zum ersten Mal ein Jahn Team in der heutigen Max-Reger-Stadt (der Meister lebte damals übrigens noch) an: der Turnerbund aus Regensburg siegte mit 11:0 – es sollte der bislang höchste Sieg des Jahn über Weiden bleiben. Wobei es die Spielvereinigung damals ja noch gar nicht gab: erst 1924 machten sich die Fußballer des TB Weiden selbständig und schlossen sich in der neuen SpVgg zusammen. Nachdem man bereits 1920/21 als Meister der Gauliga Oberpfalz – wie die Regensburger als Vizemeister – erstmals in die höchste Spielklasse aufgestiegen war (Weiden Kreisliga Nord, Jahn Kreisliga Süd), trugen Weiden und der Jahn, als die Nordoberpfälzer Vereine dem Kreis Oberfranken – rein sportpolitisch – zugeschlagen worden waren, hauptsächlich Freundschaftsspiele gegeneinander aus, etwa auch vor genau 100 Jahren, als, wie die gerade eröffnete Ausstellung des Jahn Archivs zu überzeugen sucht „Regensburg Fußballstadt wurde“ der spätere Erstliga-Aufsteiger Sportbund Jahn gegen die Spielvereinigung am 16. Januar 1927 einen 4:0 Sieg feierte. 1934/35 kam es erstmals auch zu Erstliga-Derbys mit den Nordoberpfälzern. In der „Gauliga“ Bayern folgte dem 1:1 in Weiden ein 7:0-Erfolg zu Hause, dennoch musste neben der SpVgg auch der SSV Jahn den Weg in die Bezirksklasse antreten. Zwei Jahre tingelte der SSV mit Nationaltorhüter und Spielertrainer Hans Jakob an der Spitze über die ostbayerischen Kleinstädte und traf neben der SpVgg zum Beispiel auch auf die Betriebssportgemeinschaft von Witt Weiden. Noch einmal, 1941/42, kam es in der Erstklassigkeit zum Derby, die SpVgg hatte sich zuvor mit der Sportgemeinschaft der Reichsbahn zum RSSV Weiden zusammengeschlossen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg dauerte es bis 1948, ehe man in der zusammengelegten zweitklassigen Landesliga Bayern wieder aufeinandertraf. Nach deutlichem 4:0 im Jahnstadion und einem 3:3 am Weidener Wasserwerk verabschiedete sich der SSV in die Eliteklasse Oberliga Süd, jedoch blieben die Verbindungen zur SpVgg erhalten. So trat der SSV regelmäßig zu Freundschaftsspielen – etwa im Dezember 1956 bei der Eröffnung der Zuschauertribüne am Wasserwerkstadion – an und übernahm bereits 1955 im Rahmen einer Fahnenweihe sogar die Patenschaft über die Spielvereinigung.
Zum nächsten Punktspiel kam es jedoch erst in der Saison 1964/65, als Aufsteiger Weiden nicht nur zum ersten und einzigen Male Bayernliga-Meister wurde, sondern auch den einzigen Auswärtssieg im Jahnstadion feiern konnte. Wie schon 1954/55 konnten sich die Nordoberpfälzer aber nicht in der zweiten Spielklasse halten, so dass es 1966/67 erneut zu Derbys mit dem SSV Jahn kam. Es sollte das spannendste und – bei insgesamt gesehen freundschaftlichem Verhältnis beider Vereine – am stärksten rivalisierende Jahr in der gemeinsamen Geschichte von Jahn und Spielvereinigung werden. Denn sowohl Aufsteiger Jahn als auch Regionalliga-Absteiger SpVgg Weiden spielten von Anfang an vorne mit. Im Aufstiegskampf kamen am 18. Dezember 1966 über 20 000 Anhänger – bis in die Achtziger Jahre hinein Amateurspiel-Zuschauerrekord – ins Jahnstadion, sahen ein 2:2-Unentschieden gegen den Tabellenführer. Dennoch hieß der Meister am Ende der Saison Aufsteiger SSV Jahn, der das Rückspiel in Weiden mit 3:0 für sich entscheiden hatte können. Die 12 000 Zuschauer am Wasserwerk im März 1967 bilden den ewigen Zuschauerrekord „in der Weidn“.
1974/75 trafen sich Jahn und die SpVgg Weiden erneut in der Bayernliga, allerdings unter anderen Vorzeichen: einem 0:0 in Weiden ließen die Rot-Weißen ein klares 8:0 im Jahnstadion folgen. Während die Jahn Elf am Ende in die Zweite Bundesliga aufstieg, musste Weiden, das Anfang der Siebziger Jahre zwei Mal knapp am Regionalliga-Wiederaufstieg scheiterte, den Gang in die Landesliga Mitte antreten. Dort fand 1980/81 auch das nächste Derby zwischen dem Jahn und Weiden, das zwischenzeitlich bis in die Bezirksliga Nord abgestürzt war, statt. Obwohl meist nur noch viertklassig, interessierten sich in diesen Jahren meist über 2000 Zuschauer für das traditionsreiche Treffen.
Wieder etwas kribbelig wurde es in beiden Lagern vor dem Bayernliga-Relegationsspiel am 17. Juni 1994 in Schwandorf. 3500 Zuschauer waren ins Sepp-Simon-Stadion gekommen und sahen einen glücklichen 1:0-Erfolg des Jahn durch Miro Vanous, durch das für den SSV damals ein Doppelabstieg von der dritten in die fünfte Spielklasse abgewendet werden konnte (die drittklassige Regionalliga wurde seinerzeit eingeführt). Die SpVgg Weiden musste jedoch nur ein Jahr warten, dann war – durch ein Tor des späteren Vorsitzenden Michael Fritsch gegen Enikon Augsburg – die Rückkehr des einstmals „Ewigen Tabellenführers“ der Bayernliga gelungen. Wieder kamen 3500 Anhänger beider Seiten Anfang August 1995 zum Stadion am Wasserwerk, wo das Spiel gegen den Jahn den angemessenen Rahmen für die Einweihung der neuen Haupttribüne bildete. Dem 0:0 folgte ziemlich genau vier Jahre später an selber Stelle eine 0:2-Niederlage des Wiederaufsteigers Jahn. Dennoch verabschiedeten sich am Ende dieser Saison 1999/2000 die Regensburger – das Derby im Jahnstadion Anfang November 1999 konnte etwas glücklich durch ein Eigentor von Marek Vit mit 2:1 gewonnen werden – im Jahr 2000 wieder nach oben, zunächst in die Regionalliga, später sogar in die Zweite Bundesliga.
Das angesprochene letzte Punktspiel gegen Weiden fand dann im März 2007 am Wasserwerk (0:0) statt, im August 2006 hatte der SSV Jahn das Bayernliga-Heimspiel unter Trainer Günter Güttler mit 3:0 gewonnen, die letzten Tore hatten seinerzeit Jürgen Schmid, Antonin Dvorak und David Romminger erzielt. Nun also geht es im Toto-Pokal weiter: ohne jeglichen Anspruch auf Vollständigkeit möchte man hier in diesem Rahmen natürlich in erster Linie an drei Jahn Erfolge erinnern, etwa den Gewinn des Bezirkspokals 1988 oder – etwas weiter zurück – die Siege im Süddeutschen Pokalwettbewerb im Mai 1953 und im August 1969. Die Redlichkeit des Chronisten verlangt freilich aber auch den Hinweis auf die Saison 2014/15, als die SpVgg SV Weiden zuletzt das Bayerische Pokalfinale erreichte (im Elfmeterschießen gegen Unterhaching verloren) und als Fünftligist im Achtelfinale schon einmal den Drittligisten SSV Jahn empfing. Das 1:0 vor 1100 Zuschauern im Sparda-Bank-Stadion sollte natürlich keine Schule machen… wo






























































































































































































































