Nach dem späten Nackenschlag gegen Saarbrücken und dem souveränen Pokalauftritt unter der Woche in Weiden reist der SSV Jahn zur Zweitvertretung der TSG Hoffenheim. Im Dietmar-Hopp-Stadion wartet auf die Mannschaft von Chef-Trainer Sascha Hildmann eine hochbegabte Truppe, die den Regensburgern viel abverlangen wird.
Die Ausgangslage der Jahnelf
Der Saisonstart des SSV Jahn hielt bisher einen Sieg und eine Niederlage bereit. Auf den furiosen Auftakt in Köln (5:2-Sieg) folgte am zweiten Spieltag ein unglücklicher Heimauftakt gegen den 1. FC Saarbrücken. Erst tief in der Nachspielzeit wurde die Jahnelf trotz ansehnlicher Leistung bestraft. Cheftrainer Sascha Hildmann ordnet diesen späten Rückschlag jedoch mit psychologischem Fingerspitzengefühl ein: "Wenn du so einen Knockout bekommst, tut das immer weh. Aber ich habe den Jungs direkt gesagt, wir werden selbst wieder in der Nachspielzeit ein Tor erzielen. Da bin ich mir sicher. Da werden wir die Glücklichen sein".
Dass die mentale Resilienz der Mannschaft intakt ist, zeigte sich unter der Woche beim souveränen 5:1-Auswärtserfolg im Landespokal gegen Weiden. Vor der beeindruckenden Kulisse von 4.300 Zuschauern – einem Publikumsrekord für Weiden seit dem BVB-Gastspiel 2009 – präsentierte sich der Jahn hochkonzentriert. Hildmann sprach von "Gänsehaut" und bezeichnete den Auftritt als "harte Arbeit", die am Ende souverän gelöst wurde.
Personell gibt es vor dem Block gegen Hoffenheim (29.08.), Duisburg (05.09.), Aachen (12.09.) und Düsseldorf (15.09.) noch kleine Fragezeichen. Adrian Fein plagten zuletzt Leistenprobleme, während Nico Oliveira nach Angaben des Trainers einen schmerzhaft "maltraktierten" Zeh hat. Frische Impulse für das letzte Drittel verspricht hingegen der Transfer von Zeteny Jano, der allerdings ebenfalls kleinere Probleme hat. Laut Hildmann sind unter der Woche glücklicherweise keine neuen Verletzungen zu den Langzeitausfällen Dietz (Schulter), Stolze (Knie), Asante (Reha nach Kreuzbandriss) und Wörner (Sprunggelenk) hinzugekommen.
Gegnercheck: TSG Hoffenheim II
Die Zweitvertretung der TSG surft aktuell auf einer Welle jugendlicher Unbekümmertheit. Am vergangenen Wochenende setzten die Kraichgauer ein massives sportliches Ausrufezeichen, als sie vor über 27.000 Zuschauern beim Top-Favoriten Fortuna Düsseldorf den ersten Saisondreier einfuhren. Es war erst der vierte Sieg für Hoffenheim im 21. Spiel des Kalenderjahres 2026, wovon bezeichnenderweise drei in der Fremde gelangen. Die Heimbilanz in 2026 liest sich zwar mit nur fünf Punkten und 24 Gegentoren aus zehn Spielen noch ausbaufähig – der einzige Heimsieg gelang bei einem 3:2 gegen Saarbrücken im Mai. Allerdings resultiert diese Bilanz auch aus der harten Rückrunde 2025/26.
Taktisch erwartet die Jahnelf Schwerstarbeit gegen ein Team, das massiv von der U19-Meistermannschaft profitiert, aus der zehn Spieler in die U23 aufgerückt sind. Ein halbes Dutzend dieser Talente kam an den ersten beiden Spieltagen bereits zum Einsatz. Der 17-jährige Maximilian Theuer feierte in Düsseldorf ein starkes Startelf-Debüt, Matthew Moore spielte zweimal über 90 Minuten durch und Tristan Spranger sammelte sogar schon DFB-Pokal-Minuten bei den Profis. Flankiert werden Akteure wie Jykese Fields, Lion Wagenbach und Maxime Ndong-Penda vom 36-jährigen Routinier und Anführer Klaus Gjasula, der exakt doppelt so alt ist wie viele seiner Mitspieler. Auch mit Innenverteidiger Sean Dulic, der aus dem Nachwuchs des TSV 1860 München stammt, können sie auf eine Erfahrung von zumindest 45 Drittliga-Einsätzen zurückgreifen.
Der absolute Shootingstar der Liga trägt derweil das Hoffenheim-Trikot: Jakov Dedic, der am Donnerstag seinen 17. Geburtstag feiert, traf als erster 16-Jähriger der Drittliga-Historie mehrfach. Der junge Kroate, der Landsmann Andrej Kramaric (140 Bundesliga-Tore für die TSG) als sein großes Vorbild bezeichnet, rangiert aktuell auf Platz zwei der Torjägerliste. In der Historie des deutschen Profifußballs traf in diesem Alter zuvor nur Youssoufa Moukoko.
Sascha Hildmann warnt eindringlich vor der ballbesitzorientierten Spielanlage der Kraichgauer: "Wir stellen uns auf eine absolut spielstarke Mannschaft ein, die extrem offensiv ausgerichtet ist. Wir werden auch mal leiden müssen, wo der Gegner längere Ballbesitzphasen hat. Wir wollen mit Robustheit und Zweikampfhärte dagegenhalten und natürlich auch unsere Phasen haben, wo wir torgefährlich werden wollen".
Historische Duelle
In der abgelaufenen Spielzeit trafen beide Teams erstmals in der 3. Liga aufeinander, wobei jeweils die Heimmannschaft triumphierte. Der Jahn gewann zuhause mit 2:1, während die TSG ihr Heimspiel durch einen Elfmeter von Luka Duric mit 1:0 für sich entschied.
Blickt man weiter zurück auf die Duelle mit der ersten Mannschaft der TSG, finden sich klangvolle Namen auf dem Spielberichtsbogen: Beim letzten Unentschieden im Dietmar-Hopp-Stadion (1:1 am 24. August 2005) hießen die Trainer Hansi Flick und Mario Basler. Die letzte Begegnung der Profiteams vor 20 Jahren in der Regionalliga entschied Hoffenheim trotz eines Platzverweises gegen Martin Lanig mit 3:1 im Jahnstadion für sich. Sollte der Jahn am Samstag einen Punkt holen, wäre es das 99. Unentschieden der Regensburger Drittliga-Historie.
Sei live dabei
Der Anpfiff im Dietmar-Hopp-Stadion ertönt am Samstag, den 29. August, um 16.30 Uhr. Rund 350 Jahn Fans werden die Mannschaft in den Kraichgau begleiten – ein Support, den Hildmann als das "Fundament" der positiven Grundstimmung im Verein bezeichnet. Für alle Daheimgebliebenen überträgt Magenta Sport die Partie live im Bezahlfernsehen. Zudem kann das Spiel in Gemeinschaft in der Vereinsgaststätte Taverne Naussa verfolgt werden. Wer unterwegs ist, wird über den vereinseigenen Live-Ticker, die Social-Media-Kanäle sowie das Fanradio Turmfunk bestens mit allen wichtigen Infos und Emotionen aus dem Stadion versorgt.


























































































































































































































