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Lukas Schleimer im Jahnzeit-Interview

Angreifer des Heimspielgegners Wiesbaden
· Profis ·

Im Stadionmagazin "Jahnzeit" stellen wir Euch die Heimspielgegner des SSV Jahn vor. Zum 25. Spieltag reist der SV Wehen Wiesbaden ins Jahnstadion Regensburg. Zur Einstimmung lest Ihr hier ein Interview mit dem Angreifer Lukas Schleimer, der über seinen Weg nach Wiesbaden, über seinen Chef-Trainer Daniel Scherning und über das Rückspiel gegen die Jahnelf spricht. Das Gespräch wurde Anfang Februar geführt und aufgezeichnet. Hier findet Ihr weitere spannende Inhalte in der Jahnzeit.

Lukas, Sie tragen seit diesem Sommer das Trikot des SV Wehen Wiesbaden. Wie gut haben Sie sich mittlerweile in der hessischen Landeshauptstadt und in der neuen Mannschaft eingelebt?

Ich habe mich sehr gut eingelebt. Sowohl die Mannschaft als auch der Staff haben mich nach meinem Transfer sehr herzlich empfangen. Ich fühle mich in der Region und im Team sehr wohl.

Der SVWW spielt traditionell eine gute Rolle in der 3. Liga. Wie zufrieden sind Sie mit dem bisherigen Saisonverlauf und welche Entwicklungsschritte hat das Team in den letzten Wochen gemacht?

Wir sind relativ gut in die Saison gestartet, hatten danach aber einen kleinen Bruch in unseren Leistungen und waren insgesamt nicht konstant genug. Der Trainerwechsel hat nochmal frischen Wind ins Team gebracht. Die letzten Wochen machen sehr viel Spaß. Wir haben einen guten Lauf, der hoffentlich noch ein bisschen anhält.

Sie gelten als sehr flexibler Offensivspieler, der sowohl im Sturmzentrum als auch hängend oder auf den Außenbahnen agieren kann. Auf welcher Position fühlen Sie sich persönlich am wohlsten, um Ihre Stärken bestmöglich einzubringen?

Ich glaube eine meiner Stärken ist, dass ich auf vielen Positionen spielen kann. Am wohlsten fühle ich mich aber als hängende Spitze um den Stürmer herum. Ich bin sehr gut zwischen den Linien anspielbar und versuche dann den letzten Pass zu spielen oder selber den Abschluss zu suchen.

In Nürnberg haben Sie sich durch Ihre engagierte Spielweise in die Herzen vieler Fans gespielt und den Spitznamen "Schleiminho" erhalten. Wie blicken Sie auf Ihre Zeit beim "Club" und die Erfahrungen in der 2. Bundesliga zurück?

Die Zeit in Nürnberg hat mich enorm geprägt und zu dem gemacht, der ich heute bin. Damals bin ich als 17-jähriger Junge das erste Mal von zu Hause weggewesen und war auf mich allein gestellt – auch wenn meine Eltern und meine Brüder so oft wie möglich nach Nürnberg gekommen sind, um mich zu unterstützen. Ich versuche immer mein Herz auf dem Platz zu lassen und 100 Prozent zu geben. Das hat den Fans gefallen. Wenn mich jemand nach meinem Rat fragt, versuche ich immer einen Tipp zu geben. Ich bin für jeden in der Mannschaft da.

Sie kennen die 3. Liga bereits aus Ihrer Zeit beim 1. FC Saarbrücken (Saison 2020/21), wo Sie eine sehr starke Runde gespielt haben. Inwiefern hat sich die Liga seitdem verändert und worauf kommt es in dieser Spielklasse besonders an?

Leider war die Zeit in Saarbrücken für mich persönlich nicht so erfolgreich. Trotzdem hat sie mich besser gemacht. Ich habe zu mir selbst gesagt, dass ich nicht aufgeben werde und harte Arbeit früher oder später belohnt wird. In der 3. Liga werden viele lange Bälle gespielt. Deshalb sind die zweiten Bälle enorm wichtig, die musst du einsammeln. Zudem ist die Zweikampfhärte sehr wichtig, um sich durchsetzen zu können.

Ihr Weg in den Profifußball führte über den TuS Mosella Schweich, also einen kleineren Heimatverein, und nicht nur durch reine Nachwuchsleistungszentren. Hat Ihnen dieser etwas "andere" Weg eine gewisse Unbekümmertheit auf dem Platz bewahrt?

Bei meinem Jugendverein stand immer der Spaß zusammen mit meinen Freunden im Vordergrund. Das versuche ich bei aller notwendigen Ernsthaftigkeit, die es auf dem Platz braucht, auch heute noch einzubringen. Manchmal ist es besser sich nicht zu viele Gedanken zu machen, sondern auf seinen Instinkt zu hören. Das minimiert die Fehler.

Welche Spielidee verfolgt Trainer Daniel Scherning und welche Aufgaben gibt er Ihnen speziell mit auf den Weg?

Für ihn ist es extrem wichtig, dass wir als Mannschaft reifen, kompakt agieren und alle an einem Strang ziehen. Das ist uns in den letzten Wochen gut gelungen. Trotzdem dürfen wir nicht nachlassen und müssen nochmal eine Schippe drauflegen. Für mich als Offensivspieler ist es wichtig, dass wir gegen den Ball eine kompakte Einheit sind und vorne gemeinsam anlaufen. Zudem soll ich mir die Bälle aus dem Halbraum holen und das Spiel so ein Stück weit an mich reißen.

Wenn man auf den Kader des SV Wehen Wiesbaden schaut, sieht man eine Mischung aus erfahrenen Routiniers und jungen Talenten. Wie würden Sie die Chemie innerhalb der Kabine beschreiben?

Die Chemie in der Kabine ist richtig gut. Wir haben einen starken Zusammenhalt und machen auch außerhalb des Platzes viel zusammen. Das hilft uns in den Spielen enorm. Klar, gibt es ab und an Meinungsverschiedenheiten. Zu einer funktionierenden Mannschaft gehört das aber dazu. Es ist wichtig, sich auch mal die Meinung geigen zu können.

Nun steht das Auswärtsspiel beim SSV Jahn Regensburg an. Wie schätzen Sie die Jahnelf in dieser Saison ein und was für eine Art von Spiel erwarten Sie im Jahnstadion Regensburg?

Sie hatten sich den Saisonstart sicherlich anders vorgestellt, es ist aber keine Seltenheit, dass sich Absteiger in der 3. Liga zu Beginn schwertun. Mittlerweile haben sie sich gefangen und mit zwischendurch vier Siegen aus fünf Spielen bewiesen, dass sie sehr gefährlich sein können. Ich erwarte ein enges und zweikampfbetontes Spiel, bei dem es wieder auf die zweiten Bälle ankommen wird. Wir müssen unsere komplette fußballerische Klasse auf den Platz bringen, wenn wir dort bestehen wollen.

Zum Abschluss noch eine private Frage: Als gebürtiger Trierer kommen Sie aus einer schönen Weinregion. Wie schalten Sie abseits des Platzes am besten vom Fußballstress ab? Haben Sie ein bestimmtes Hobby als Ausgleich?

Ein bestimmtes Hobby habe ich nicht. Ich treffe mich gerne mit meinen Freunden oder mit meinen Brüdern. Dann sitzen wir abends zusammen und spielen Gesellschaftsspiele oder Karten. Wir quatschen über alles auf der Welt und lachen gemeinsam. Das ist das Beste, was es gibt.

Foto: SV Wehen Wiesbaden
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