In der Jugend des SC Freiburg war Marco Wörner auf fast jeder Position zu finden. Beim SSV Jahn Regensburg will der 21-Jährige jetzt auch seinen Torinstinkt schärfen und sich im Profibereich festbeißen. Ein Porträt über einen ruhigen Charakter, der von klein auf nur den Fußball kannte und trotz Verletzung sehr gut in Regensburg angekommen ist.
Von der Schule direkt ins Training
Der Weg in den Profifußball wurde früh geebnet. Mit 10 Jahren wechselte Marco Wörner bereits ins Nachwuchsleistungszentrum des SC Freiburg. In diesem Alter könnte das einem riesigen Tapetenwechsel gleichkommen, vor allem wenn es doch ohnehin gerade erst frisch auf der weiterführenden Schule losgegangen ist. Aber der gebürtige Offenburger, nahe der französischen Grenze und nicht zu verwechseln mit Offenbach bei Frankfurt, kennt überhaupt nichts anderes.
Für den großen Traum wechselte er vom Gymnasium auf die Realschule, die passenderweise mit dem Sportclub verpartnert ist. Nach der Schule ging es direkt mit dem Busshuttle zum Training. „Ich hab mich nach der Schule dann immer in den Bus gehockt und das ging eigentlich ganz gut. In dem Alter hab ich das noch gar nicht anders gekannt, ich kenne die Jugend eigentlich nur so.”
Nach 10 Jahren im Nachwuchs verließ der junge Stürmer den SC Freiburg dann in Richtung Paderborn. Zuvor hatte er in einer Regionalliga-Saison für die U23 der Breisgauer mit 13 Torbeteiligungen in 32 Spielen immerhin schon erste Schritte im Herrenbereich gehen können.
Verl als Sprungbrett in den Profifußball
Der Sprung in den Profibereich war dann aber ein merklich größerer. Wörner sammelte in seinem ersten halben Jahr an der Pader nur 85 Minuten in vier Einsätzen und pendelte zwischen Bank und zweiter Mannschaft, für die er immerhin auch fünfmal spielte. Die nächsten Entwicklungsschritte konnte er so aber nicht gehen, weshalb der 21-Jährige im Winter nach Verl in Liga 3 verliehen wurde.
Unter Tobias Strobl, der inzwischen beim VfL Wolfsburg an der Seitenlinie steht, mischten die Ostwestfalen mit Wörner als wichtigem Teil der Mannschaft in der Rückrunde das Aufstiegsrennen auf. „Ich bin unter der Woche vor dem ersten Ligaspiel gekommen. Ohne Vorbereitung, dann muss man sich schnell zurechtfinden. Da hatte ich dann auch zum Glück in der Mannschaft ein paar Leute, die ich schon gekannt habe. Das hat es dann auch ziemlich einfach gemacht.”
Insgesamt drei Tore und fünf Vorlagen konnte er zur besten Offensive (82 Tore) der vergangenen Drittligasaison beitragen. Diese Werte reichen ihm aber noch nicht: „Ich glaube schon, dass ich schon noch ein bisschen mehr Scorer machen könnte. Also einfach mehr Ertrag für mein Spiel, weil ich schon sehr viel Laufbereitschaft zeige. Dann kann ich auch vielleicht noch ein bisschen effizienter vor dem Tor werden.”
Extraschichten beim Torabschluss und am Klavier
In Regensburg soll ihm genau das jetzt gelingen. Nach Freiburg, Paderborn und Verl scheint Wörner nämlich erstmal genug von “Sportclubs” zu haben, weshalb er jetzt ein Jahr beim SSV Jahn verbringt. Mit Sascha Hildmann hat er hier auch einen Trainer, dessen Offensivkräfte bislang immer reichlich getroffen haben. „Das hat mir dann einfach das gute Gefühl gegeben, weil das auch Stürmer waren, die nicht schlecht sind und auch immer viele Scorer hatten. Und da arbeiten wir einfach gemeinsam daran, dass ich noch mehr Tore schieße und Vorlagen bekomme.”
Auf welcher Position er diese Torbeteiligungen sammelt, ist dabei gar nicht so wichtig. „Ich finde eigentlich alles vorne ziemlich gut und ich habe in meiner Karriere auch so gut wie jede Position schon gespielt”, erklärt Wörner.
Ganz unbeschwert war der Start beim Jahn aber nicht. Kurz vor dem Ligastart bei Viktoria Köln zog sich Wörner im Training einen Bänderriss zu und verpasste somit die ersten Saisonspiele. Neben dem Platz konnte er sich aber schon bestens in der Domstadt einleben, auch weil er dabei tatkräftige Unterstützung bekam. “Meine Schwester wohnt ja hier und studiert gerade noch. Das hat es mir am Anfang leicht gemacht, da sie mir ein paar Ecken in der Stadt gezeigt hat.”
Wenn der Ball dann mal nicht im Fokus steht, trifft er sich mit Freunden oder Familie in Cafés oder spielt gemeinsam Spiele. Neben Hannes Hermann und David Philipp zählt sich Marco Wörner ebenfalls zu den Neuzugängen, die an den Tasten Gefallen gefunden haben. „Ich spiele tatsächlich jetzt nicht mehr so viel, aber ich habe ein bisschen angefangen, Klavier zu spielen, vor zwei Jahren.” Darüber hinaus geht er, genauso wie Hermann, auch gerne mal auf den Golfplatz. Das Zielwasser sollte er aber für die Fußbälle im Jahnstadion Regensburg aufbewahren.



























































































































































































































