Wie am Wochenende bekannt wurde, verstarb in den letzten Tagen nach gerade beschlossenem 80. Lebensjahr das Mitglied der „Jahrhundert-Elf“ des SSV Jahn Regensburg, Manfred Ritschel. Die Offenbacher Kickers, für die der gebürtige Mittelfranke zwischen 1972 und ´76 in der Bundesliga 144 mal am Ball war und in dieser Phase auch zum Nationalspieler avancierte, machten den Tod des einstigen Publikumslieblings am 27. Juni bekannt. Daneben spielte Ritschel auch für Borussia Dortmund (1970-72), den 1. FC Kaiserslautern (1976-77) sowie den FC Schalke 04 (1977/78) in der Eliteliga, ehe er in der 2. Bundesliga bis 1982 seine Karriere bei der SpVgg Fürth ausklingen ließ.
Den Schritt in den Profi-Fußball wagte der aus dem Schwabacher Vorort Unterreichenbach stammende Manfred Ritschel 1968, als er von Bayernliga-Meister ESV Ingolstadt von Trainer „Aki“ Schmidt zum SSV Jahn gelotst wurde. Erstmals in der zweitklassigen Regionalliga Süd aktiv, wurde Ritschel hier schnell zum Leistungsträger. Mit Platz fünf gelang eine der besten Platzierungen in Jahns Fußballgeschichte. In dieser und der folgenden Saison 1969/70 glückten dem offensiven Mittelfeldspieler in 60 Partien nicht weniger als 38 Treffer. So wurde Borussia Dortmund auf den 24jährigen Jahn Spieler aufmerksam, der im Wechsel mit Alfred Kohlhäufl, der an die Donau zurückkehrte, zu den Westfalen wechselte.
Nach dem ersten Bundesliga-Abstieg der Dortmunder wechselte Manfred Ritschel in die Regionalliga zu Kickers Offenbach, mit denen im ersten Jahr der Bundesliga-Aufstieg gelang. Nach dem Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 wurde er von Bundestrainer Helmut Schön im März 1975 erstmals in der Nationalmannschaft eingesetzt. Das 0:2 vor 100.000 Zuschauern im Wembleystadion von London gegen England war ein Jubiläumsspiel, das 400. deutsche Länderspiel. Es folgten noch ein 1:1 in der EM-Qualifikation gegen Bulgarien, in dem Ritschel vom Punkt den 1:1-Endstand erzielte und ein 1:1 gegen die Niederlande.
Nach seiner aktiven Karriere wurde der ehemalige Mitspieler von Größen wie Maier, Beckenbauer, Hoeneß, Vogts oder Heynckes vor allem als Bewahrer des von ihm und seiner Familie denkmalschutzgerecht erhaltenen Schlosses Sorg bei Wendelstein bekannt, in dem er bis zuletzt historische Märkte veranstaltete. Daneben war Manfred Ritschel in den 1990er Jahren auch als Trainer in seiner Heimatstadt Schwabach aktiv, mit dem sich der SSV Jahn in den Landesliga-Jahren 1996-98 im Kampf um die Meisterschaft wiederfand. Nicht als Gegner, sondern Freund empfangen war es keine so große Überraschung, dass der ehemalige Nationalspieler im Jahre 2007 in die „Jahrhundert-Elf“ des SSV Jahn gewählt wurde. Immer wieder war der so gewürdigte in den Folgejahren trotz gesundheitlicher Einschränkungen auch bei HisTORischen Abenden des Jahn Archivs zu Gast.
Der SSV Jahn Regensburg trauert mit den Angehörigen des Verstorbenen und wird seinem „Jahrhundert-Elf“-Spieler stets ehrendes Andenken bewahren.




















































































































































































