Ein Highlight zum Abschluss: Am morgigen Samstag empfängt der SSV Jahn am 38. und letzten Spieltag den FC Energie Cottbus. Vor einer tollen Kulisse prallen dabei zwei völlig unterschiedliche sportliche Gefühlswelten aufeinander: Während die Jahnelf den Klassenerhalt bereits gesichert hat und sich befreit mit einem Heimsieg in die Sommerpause verabschieden möchte, geht es für die Gäste aus der Lausitz um nicht weniger als den direkten Aufstieg in die 2. Bundesliga. Alle wichtigen Fakten zur Ausgangslage, dem Druck der Gäste und den Einschätzungen von Chef-Trainer Sascha Hildmann lest Ihr hier im Vorbericht.
Die Ausgangslage der Jahnelf
Zum großen Saisonfinale im erwartet ausverkauften Jahnstadion Regensburg möchte sich der SSV Jahn mit einem positiven Gefühl in die wohlverdiente Sommerpause verabschieden. Die Motivation zur Wiedergutmachung ist nach dem vergangenen Wochenende groß: Bei Waldhof Mannheim kassierte die Jahnelf eine bittere 0:1-Niederlage. Chef-Trainer Sascha Hildmann ärgerte dabei weniger das ärgerliche Eigentor, sondern vielmehr die fehlende eigene Kaltschnäuzigkeit bei Pfosten- und Lattentreffern. „Es war eine sehr unnötige Niederlage“, resümierte der Coach ehrlich. „Irgendwie hat der letzte Zug oder das letzte Quäntchen Glück gefehlt.“ An der Einstellung mangelte es jedoch keineswegs: mit 116 gelaufenen Kilometern spulte der Jahn fast acht Kilometer mehr ab als der Gegner.
Dass die Jahnelf gegen Energie Cottbus nun das berühmte Zünglein an der Waage im Aufstiegskampf spielen könnte, lässt Hildmann völlig kalt. Den Druck schiebt er beiseite: „Uns dafür verantwortlich zu machen, ob im letzten Spiel eine Mannschaft aufsteigt oder nicht, ist falsch. Jede Mannschaft, die jetzt da vorne ist, hatte 37 Spieltage Zeit, das Ganze vorher glattzuziehen.“ Für den SSV gehe es einzig darum, Regensburg noch einmal von seiner besten Seite zu vertreten, mutig dagegenzuhalten und sich mit einem Heimsieg zu verabschieden. Hildmann hofft auf einen stimmungsvollen und friedlichen Fußballnachmittag auf den Rängen.
Personell gibt es vor dem letzten Tanz noch einige Veränderungen. Im Tor kehrt wie im Vorfeld abgesprochen Stammkeeper Felix Gebhardt zurück, nachdem Julian Pollersbeck in Mannheim als Belohnung für seine starken Trainingsleistungen Spielpraxis sammeln durfte. Verletzungsbedingt passen müssen aus muskulären Gründen weiterhin Malte Karbstein, Phil Beckhoff und Lucas Hermes. Besonders bitter: Auch hinter einem Einsatz von Leitwolf Andreas Geipl steht ein großes Fragezeichen, nachdem er sich im Training eine Muskelverletzung zugezogen hat.
Einen sehr positiven Impuls für die Zukunft gab es derweil bereits abseits des Platzes: Mit Nassim Boujellab präsentierte der Jahn den ersten externen Neuzugang für die kommende Spielzeit. Hildmann lobt seinen künftigen Schützling: „Er ist ein toller Charakter, sehr fleißig und bringt viele Dinge mit, die uns besser machen.“
„Cottbus verfügt über Ausnahmespieler und wohl die beste Offensive der Liga, die sowohl gegen tiefstehende Gegner als auch im Umschaltspiel brandgefährlich ist. Um diese Wucht einzudämmen, müssen wir extrem fleißig laufen, unser Häuschen leidenschaftlich verteidigen und auch mal leiden können. Gleichzeitig wollen wir aber voll dagegenhalten und mutig eigene offensive Akzente setzen. Es wird ein ungemein spannendes Spiel, denn wir treffen auf einen Aufstiegsaspiranten, für den es um alles geht .“
- Jahn Chef-Trainer Sascha Hildmann im "Jahn Talk" zum Heimspiel gegen Energie Cottbus
Zum Gegner Energie Cottbus
Energie Cottbus reist mit einem ganz klaren Ziel in die Oberpfalz: Ein Sieg fehlt den Lausitzern noch zur lang ersehnten Rückkehr in die 2. Bundesliga, in der sie zuletzt vor zwölf Jahren spielten. Mit zwei Punkten Vorsprung auf den MSV Duisburg und auf Rot-Weiss Essen hat die Mannschaft von Trainer „Pele“ Wollitz den direkten Aufstieg als einziges Team komplett in der eigenen Hand. „Jetzt heißt es Feuer frei und Leinen los!“, gab der Coach die emotionale Marschroute vor. Dass Energie eine absolute Top-Saison spielt (20 Siege, 69 Punkte und 71 Tore sind Vereinsrekord im Profifußball), liegt auch an ihrer neu gewonnenen Mentalität: Mit acht Siegen nach Rückstand stellten die Lausitzer einen historischen Liga-Rekord ein.
Angeführt wird das Team vom überragenden Offensiv-Duo der Cigerci-Brüder. Während Tolga zuletzt als Matchwinner glänzte, kehrt Tolcay (mit 17 Toren und 13 Vorlagen frisch zum „Spieler der Saison“ gewählt) nach einer Sperre zurück. Jahn Trainer Sascha Hildmann zollt dieser Qualität großen Respekt: „Ich glaube, sie haben mit die beste Offensive der Liga, muss man klar sagen. Sie haben Ausnahmespieler in ihren Reihen. Sie können beides: Fußball spielen gegen tiefstehende Gegner und genauso gut umschalten.“
Um diese Wucht einzudämmen, fordert Hildmann am Samstag höchste Leidensbereitschaft von seiner Mannschaft: „Wir werden extrem fleißig laufen müssen. Wichtig ist, dass wir voll dagegenhalten und eine Mischung finden zwischen gutem Verteidigen, Zweikämpfe gewinnen, unser Häuschen hinten verteidigen und im Gegensatz dazu vorne auch immer wieder Akzente setzen.“
Das letzte Aufeinandertreffen und die historische Bilanz
Ein Blick auf die Historie zeigt: Gegen Energie Cottbus tat sich der SSV Jahn stets enorm schwer. In bislang sieben direkten Duellen gab es für Regensburg noch keinen einzigen Sieg (vier Remis, drei Niederlagen). Im Hinspiel der laufenden Saison bewies die Jahnelf allerdings große Moral und erkämpfte sich nach einem 0:2-Rückstand noch ein achtbares 2:2-Unentschieden. Der letzte Sieg der Lausitzer gegen den Jahn datiert aus dem Februar 2015 (4:1, damals mit einem Dreierpack von Tim Kleindienst).
Doch die Statistik birgt für den kommenden Gegner auch ein Trauma, das am Samstag eine entscheidende Rolle spielen könnte: Cottbus ist ein gebranntes Kind, was verpatzte Saisonfinale angeht. In ihren letzten drei Drittliga-Spielzeiten, in denen es am 38. Spieltag um alles ging (Abstieg 15/16 und 18/19, Relegation 23/24), scheiterten die Lausitzer stets dramatisch, obwohl sie es in der eigenen Hand hatten. Im Vorjahr verspielte Energie den Relegationsplatz durch eine 1:4-Pleite gegen Ingolstadt. Bei den Gästen hofft man derweil wohl auf magische Momente wie beim legendären Zweitliga-Aufstieg 1997, als im Play-off-Rückspiel gegen Hannover das Flutlicht ausfiel und Detlef Irrgang den FCE in Unterzahl noch ins Glück schoss.
SSV Jahn gegen FC Energie Cottbus: Sei live dabei
Wer sich diesen Spieltag nicht entgehen lassen möchte, wird übrigens bestens versorgt: Magenta Sport überträgt die Begegnung im Bezahl-Fernsehen, auch der Bayerische Rundfunk zeigt die Partie live und in voller Länge. Darüber hinaus haben alle Fans wie bei jedem Spieltag die Möglichkeit, die Partie über die bekannten Kanäle zu verfolgen. Der Live-Ticker berichtet live vom Geschehen auf dem Platz. Auf den Social Media-Kanälen erfahrt Ihr alles, was sonst so dazugehört und auch der Turmfunk überträgt das letzte Heimspiel des Jahres live aus dem Jahnstadion Regensburg.



















































































































































