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21.03.2018 Auf einen Blick Fans Der Jahn

Für den Erhalt von 50+1

SSV Jahn legt seine Position dar

Die DFL und ihre Vereine beratschlagen am Donnerstag, 22. März 2018, über das weitere Vorgehen zur 50%+1-Regelung. Nachfolgend schildert der SSV Jahn seine Position.

 

Der SSV Jahn ist im Kern für den Erhalt der 50%+1-Regelung in ihrer jetzigen Form, wobei sicherlich statuarische Optimierungen erforderlich sind, wie beispielsweise die Definition einer erheblichen Förderung.

 

Fußballclubs erfüllen unverzichtbare gesellschaftliche Funktionen. Der Fußball ist seit jeher Anlaufstelle für alle Bürger, unabhängig von Alter, Herkunft oder Schicht. Er stiftet den Fans dabei nicht nur Unterhaltung und Identität, sondern vermittelt auch wichtige Werte wie Fairplay, Zusammengehörigkeit und Toleranz. Der SSV Jahn sieht dies als Verpflichtung und möchte ein würdiger Botschafter, aber auch ein Katalysator für seine Heimatregion Ostbayern sein – ein Club, mit dem sich die Menschen in der Region identifizieren können. Die 50%+1-Regelung ist dabei über die Rechtsform des SSV Jahn, als GmbH & Co. KGaA, fest verankert. Über die Komplementär-GmbH, welche sich zu 100% im Eigentum des e.V. befindet und die Geschäftsführung bestellt, bleibt der e.V. das ausschlaggebende Organ, zudem hält er aktuell knapp 90% der Anteile an der KGaA. Im Zuge der zurückliegenden Mitgliederversammlung haben die Jahn Mitglieder zudem dazu aufgefordert, dass künftig maximal 49% der KGaA-Anteile ausgegeben werden sollen. An diesen Antrag sieht sich die Führung des SSV Jahn aus eigener Überzeugung heraus gebunden.

 

Eine Abschaffung der 50%+1-Regelung dürfte dazu führen, dass sich der Profifußball noch weiter von seiner Basis entfernt, wodurch er auch an gesellschaftlicher Kraft einbüßen würde. Schon jetzt sind die Summen, mit denen auch auf dem deutschen Markt gehandelt wird, für den einfachen Fan kaum noch greifbar. Dass dadurch bereits in der Gegenwart ein gewisses Maß an Entfremdung eingesetzt hat, zeigt sich auch an den Protesten, welche die aktiven Fanszenen in dieser Saison gemeinsam angestoßen haben. Der SSV Jahn befindet sich zu diesen Themen im stetigen und kritischen Austausch mit seiner organisierten Fanszene, erachtet einen Großteil der vorgebrachten Punkte für berechtigt und teilt den kritischen Blick auf viele aktuelle Entwicklungen im Profifußball.

 

Im Übrigen dürfte die Öffnung des deutschen Profifußballs für Investoren die Wettbewerbssituation zumindest national nicht maßgeblich verändern. Die finanzkräftigsten Geldgeber würden sich voraussichtlich zuallererst in Richtung der schon jetzt attraktivsten Standorte orientieren. Den deutschen Fußball hat in der Vergangenheit stets ausgemacht, dass er für eine klare, fannahe Philosophie sowie für ein integres Normen- und Wertebild stand, mit dem er die Menschen in den Stadien, aber auch vor den Fernsehbildschirmen, am Radio und in den neuen Medien begeistern konnte. Nach Überzeugung des SSV Jahn muss es deshalb darum gehen, sich diese Stärke zu erhalten, anstatt sie im kurzsichtigen Austausch für noch mehr Geld aufzugeben.

Abschließend sei noch erwähnt, dass die 50%+1-Regelung in ihrer aktuellen Fassung auch rechtlichen Gütestandards genügt. Nach summarischer Prüfung spricht sehr vieles für die rechtliche Wirksamkeit der 50%+1-Regelung. Etwaigen Klageandrohungen, die regelmäßig von einzelnen Akteuren medial platziert werden, sollte der Profifußball daher mit Gelassenheit entgegen sehen.

Foto: Janne

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