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04.12.2019 Auf einen Blick Jahn Business

Eckert-Talk mit 450 Gästen

Die Kraft, in allem etwas Positives zu sehen

Erfolgreiche Sportler, Sport-Manager, Trainer und Experten der Eckert Schulen ergründeten im „2. Talk bei Eckert“ in einer hochkarätig besetzen Diskussionsrunde vor rund 450 Gästen, welche Rolle die mentale Widerstandskraft für sie spielt, wie sie sich erlernen und trainieren lässt — und auch, wie man sie auf Herausforderungen im Beruf und in der (Weiter-)Bildung übertragen kann. 

 

Sport und Beruf kennen nicht nur den Sieg: Nach Rückschlägen wieder aufzustehen, an Niederlagen zu wachsen und in herausfordernden Situationen neue Kraft zu finden — diese Fähigkeiten sind es, die Spitzensportler und Top-Mannschaften, aber auch Menschen im Job langfristig erfolgreicher machen.  Resilienz nennen Forscher die innere Kraft des Menschen, schwierige und oft auch stressige Momente zu meistern und sogar gestärkt, optimistisch und positiv daraus hervorzugehen. Resilienz gilt heute immer mehr als Schlüssel zur inneren Stärke. 

 

Jede Situation als Chance begreifen

Die zentrale Botschaft des Abends, den BR-Moderator Tilmann Schöberl moderierte, beschrieb der stellvertretende Vorsitzende der Eckert Schulen, Gottfried Steger, so: „Resilienz ist die Kraft, jede Situation als Chance zu begreifen, sich weiterentwickeln zu können und auf diese Weise etwas Positives darin zu sehen“, sagte der Diplom-Psychologe. Dafür ist es nach seinen Worten wichtig, das eigene Bewertungssystem zu verändern — und vor allem zu erkennen, dass man Situationen nicht schicksalhaft ausgesetzt ist, sondern für sich selbst verantwortlich ist und deshalb auch auf die Zukunft Einfluss nehmen kann. Eigenverantwortung ist nach Stegers Worten entscheidend, um Resilienz zu schaffen. 

 

Niederlagen abhaken und nach vorn schauen 

Die Voraussetzung dafür beschrieb Max Kaltenhauser, ehemaliger Eishockey-Profi und aktuell Coach der Regensburger Eisbären: „Es ist wichtig, sich selbst zu reflektieren und ehrlich zu sich selbst zu sein“, betonte er.  Dabei sei es auch wichtig, sich seines eigenen Werts bewusst zu sein, sagte Dr. Christian Keller, Geschäftsführer Profifußball beim SSV Jahn Regensburg. Er umschrieb Resilienz als die Fähigkeit, auch mit Frustrationen umzugehen, die bei den Profi-Fußballern des Zweitligaclubs ganz bewusst trainiert wird. 

 

Der Weg ist das Ziel: Leistungsziele statt Ergebnisziele

Der Rat des ehemaligen Professors für Sportmanagement: sich Leistungsziele statt Ergebnisziele zu setzen, um potenzielle Enttäuschungen zu vermeiden. „Wenn ich meine Entwicklungsfelder erkenne und, dann kann ich Schritt für Schritt daran arbeiten“, empfiehlt er.  Wichtig aus Keller Sicht ebenfalls: Rückschläge abhaken und positiv nach vorn schauen. Oder wie es die Extremläuferin Holly Zimmermann aus Alteglofsheim — sie bewältigt Ultramarathons mit bis zu 100 Kilometer Streckenlänge — formulierte: „Niederlagen sind Gelegenheiten, es besser zu machen.“ „Nachdenken über Niederlagen ja, aber nicht ewig“, ergänzte Nele Schenker. Sie ist Moderatorin bei Sky Sport News HD und Botschafterin des „Teams Bananenflanke“.

 

Immer auch das Unerwartete erwarten 

Das bestätigte auch Biathlon-Olympiasieger Fritz Fischer, der lange die Deutsche Biathlon-Nationalmannschaft trainiert und heute unter anderem ein eigenes Biathlon-Nachwuchscamp leitet. Er riet grundsätzlich dazu, immer auch „das Unerwartete zu erwarten“, um für herausfordernde Situationen gerüstet zu sein. Wie wichtig Entspannung und das „Runterkommen“ ist, um Stress erfolgreich zu meistern und resilient im Sinne des Wortes ist, hob Klaus Eder hervor. Der langjährige Physiotherapeut der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft sagte: „Stresshormone können unsere Leistung beeinträchtigen.“ Ausdauersport wie einen Lauf im Wald nach einem anstrengenden Tag sei der Schlüssel, um den Körper wieder ins Gleichgewicht zu bringen und Kraft für neue Aufgaben zu tanken. 

 

Sich fragen, was einem gut tut

„Ausreichend Schlaf und Bewegung sowie eine ausgewogene Ernährung“ nannte auch Profi-Läuferin Holly Zimmermann als Fundament, um gerüstet zu sein für sportliche und berufliche Herausforderungen. Ein Patentrezept für mehr Resilienz gebe es freilich nicht, aber jeder könne erfolgreich an sich selbst arbeiten, sagte Gottfried Steger. Oder wie es Biathlonlegende Fritz Fischer in seinem Resümee formulierte: „Jeder sollte sich einfach selber mal wieder öfter fragen, was ihm gut tut.“

Foto: Adlhoch / Eckert Schulen

Foto: Adlhoch / Eckert Schulen

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