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27.01.2020 Auf einen Blick Jahnschmiede Sara Denndorf

„Die Entwicklung stimmt“

Leiter der Jahnschmiede im Interview | Teil I

Die Zertifizierung des Jahn NLZ durch den DFB, die erstmalige Teilnahme der U19-Junioren an der Hauptrunde des DFB-Pokals und ein großer Umbruch in der U21 – im Kalenderjahr 2019 hat sich in der Jahnschmiede einiges getan. Christian Martin, seit 2016 als Leiter des Nachwuchsleistungszentrums des SSV Jahn tätig, blickt im ersten von insgesamt drei Teilen eines ausführlichen Interviews auf die Entwicklung der Jahnschmiede und das Abschneiden der einzelnen Mannschaften in den vergangenen zwölf Monaten zurück.

 

Ein Meilenstein war 2019 allen voran die Zertifizierung der Jahnschmiede und die Prämierung mit einem Stern. Welchen Stellenwert hat diese Auszeichnung und was sind diesbezüglich die nächsten Schritte?

 

Im Rahmen des Zertifizierungsprozesses haben wir sehr viele Themenbereiche überarbeitet und weiterentwickelt. Das war natürlich sowohl inhaltlich als auch in der Außenwirkung der Jahnschmiede ein Meilenstein. Es gibt aber auch viele Projekte und Themenfelder, die wir in 2020 und den kommenden Jahren weiterentwickeln wollen. Ein Beispiel dafür ist die Individualisierung. In diesem Bereich haben wir 2019 zwar schon riesige Schritte gemacht haben und uns auf ein sehr gutes Niveau entwickelt, 2020 wollen wir das aber noch verfeinern und weiter ausbauen.

 

Gibt es weitere Themenfelder?

 

Ja, besonders die Identität, die wir uns auf dem Platz geben. Sprich wir wollen die Art, wie wir Fußball spielen, unsere Spielidee, wollen wir in den einzelnen Teams noch besser umsetzen. Wir sind grundsätzlich mit dem Stand, auf dem wir uns aktuell diesbezüglich befinden, einverstanden, dennoch gibt es einige Stellschrauben, an denen wir weiterhin drehen müssen.

 

Wie bewertest Du insgesamt das sportliche Abschneiden der Jahnschmiede-Mannschaften in der Hinserie? Fangen wir doch mit dem Entwicklungsbereich (U11-U14) an.

 

Im Entwicklungsbereich ist das Abschneiden absolut sekundär, da interessieren mich nicht die Tabellenplätze, sondern viel mehr, dass wir Einzelspieler und Mannschaften ausbilden, die zur Jahn Mentalität und zur Jahn Spielidee passen. Auf der inhaltlichen Ebene sind wir in diesem  Bereich sehr gut unterwegs. Natürlich ist es auch hier so, dass der eine Jahrgang etwas stärker ist, während bei einem anderen Jahrgang Aufholbedarf besteht, aber daran arbeiten wir. Man merkt, dass sich die Qualität nach und nach steigert. Es wird insgesamt nicht leichter, es gibt nicht immer mehr talentierte Spieler, sondern man muss im Scouting und in der Ausbildung wirklich gut sein, um aus dem vorhandenen Potenzial das Maximum herauszuholen.

 

Wie sieht es im Leistungsbereich (U15-U17) aus?

 

Im Leistungsbereich liegen wir in der U15 gemessen an den Ergebnissen hinter den Erwartungen, weil wir viel mehr Potenzial in der Mannschaft haben, als das, was aktuell die Tabelle ausdrückt. Da wollen wir uns nach vorne arbeiten. Ich bin auch guter Dinge, denn die letzten Eindrücke waren sehr positiv. Die U17 hat trotz zahlreicher Verletzungen zu Saisonbeginn eine gute Vorrunde gespielt. Sie ist in der Spitzengruppe der Bayernliga dabei. In der U16 ist das Ergebnis immer nicht so leicht einzuordnen, aufgrund der Tatsache, dass die U16 gegen U17-Mannschaften spielt. Mit der Entwicklung und dem Auftreten der Mannschaft können wir aber gut leben. Hier sind wir auch auf Augenhöhe mit den anderen bayerischen Leistungszentren.

 

Fehlt noch der Übergangsbereich (U19 – U21).

 

Im Übergangsbereich, in dem das Ergebnis insgesamt natürlich den höchsten Stellenwert in der Jahnschmiede hat, haben wir keine gute Hinrunde gespielt, sodass wir mit dem Abschneiden beider Mannschaften nicht zufrieden sein können. In der U21 war nach dem dritten Platz im letzten Jahr nicht zu erwarten, dass wir das dieses Jahr toppen können. Wir hatten vor der Saison einen Umbruch, der mit zehn Spielern aus der U19 nochmals deutlich größer ausgefallen ist, als es zuvor der Fall war. Deshalb war es das vorrangige Ziel des Trainerteams die Jungs einzubauen und an den Herrenfußball zu heranzuführen. Das ist uns insgesamt auch gelungen. Wir haben aber trotzdem zu viel liegenlassen. Mit Marco Pfab ist zudem ein sehr wichtiger Spieler aufgrund eines Kreuzbandrisses die komplette Hinserie ausgefallen. Auch das zählt zu den Gründen für das bislang nicht ganz befriedigende Abschneiden.

 

Auch mit den Ergebnissen der U19 können wir nicht zufrieden sein: Die erstmalige Qualifikation für den DFB-Pokal der Junioren, in dem wir uns in der ersten Runde gegen Rostock durchgesetzt haben und dann im Achtelfinale gegen Dresden ausgeschieden sind, was insgesamt ein tolles Erlebnis. In der Liga ist Platz sieben zu wenig, auch wenn wir zwei Spiele weniger absolviert haben als die Konkurrenz. Unsere Zielsetzung ist hier, unter die Top vier zu kommen, wobei wir auch hier nicht vom Aufstieg gesprochen haben. Dafür sind in der aktuellen Saison einfach Gegner mit Jahrgängen in der Liga, die schlichtweg besser sind.

 

Bleiben wir kurz bei der U21. Was erwartest Du Dir in der Rückrunde?

 

Wir müssen uns nach und nach steigern. In der  Vorrunde haben wir in einzelnen Spielen schon gute Leistungen abgerufen, es gab aber auch Spiele, in denen wir Punkte durch Inkonsequenz und mangelnde Cleverness liegen haben lassen. Für viele Spieler war sicherlich das erste Halbjahr sehr hilfreich, um sich einzugewöhnen.  Daher erwarte ich, dass wir uns nun stabilisieren und uns nach und nach tabellarisch nach oben arbeiten. Die Zielsetzung ist nach wie vor ein einstelliger Tabellenplatz.

Im zweiten Teil erklärt er unter anderem die zentralen Aspekte des Ausbildungskonzepts der Jahnschmiede.

 

Im dritten Teil spricht er über die einheitliche Spielphilosophie in allen Jahn Mannschaften, die Voraussetzungen am Fußball-Standort Ostbayern und die langfristigen Ziele der Jahnschmiede.

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